04.09.2020
Forschungskolleg

Publikationspreis für Nachwuchswissenschaftler

Dr. Borchmann erhält Auszeichnung für Veröffentlichung 

Dr. Sven Borchmann, Foto: Christian Wittke
Dr. Sven Borchmann, Foto: Christian Wittke

Drei von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) geförderte Nachwuchswissenschaftler werden als besondere Anerkennung ihrer exzellenten wissenschaftlichen Leistungen mit dem Publikationspreis der Stiftung ausgezeichnet. Einer von ihnen ist Dr. Sven Borchmann, Klinik I für Innere Medizin, Uniklinik Köln. Der Preis ist mit einem persönlichen Preisgeld in Höhe von jeweils 10.000 Euro dotiert.

Erstmalig vergibt die Stiftung eine persönliche, nicht projektbezogene Auszeichnung an junge Nachwuchswissenschaftler als Würdigung ihrer erstklassigen wissenschaftlichen Leistung. Sie erkennt mit dem persönlichen Preisgeld die außergewöhnliche Einsatzbereitschaft für die medizinische und biomedizinische Forschung sowie die damit verbundenen Mühen der jungen Forscher besonders an. Der Preis soll gleichzeitig als Anreiz für zukünftige Clinician Scientists (forschende Ärzte) dienen, sich in der medizinischen Wissenschaft überdurchschnittlich zu engagieren. 

Dr. Sven Borchmann wurde 2018 in das von Univ.-Prof. Hans Christian Reinhardt geleitete Forschungskolleg „Clonal evolution in cancer“ aufgenommen. Aus dieser Förderung ist die ausgezeichnete Publikation hervorgegangen. „Besonders hervorzuheben ist, dass diese Arbeit ein hervorragendes Beispiel für ein translationales Forschungsprojekt ist, bei dem sich klinische Forschung und experimentelle Laborforschung gegenseitig ergänzen“, erläutert Dr. Borchmann. 

Die Forscher um den Mediziner machten zunächst eine Beobachtung in einer großen Patientenkohorte. Diese Ergebnisse verfolgten sie im Labor weiter, um zu verstehen, warum niedrigere Vitamin-D-Spiegel zu einer verminderten Effektivität der Behandlung führen könnten. Der nächste Schritt wäre nun zurück zum Patienten: eine klinische Studie, bei der die Gabe von Vitamin D zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse getestet wird.

Vitamin-D-Mangel wurde als veränderbarer Risikofaktor für das Auftreten und den Behandlungserfolg bereits bei vielen häufigen Krebserkrankungen beschrieben. Ob dieser Risikofaktor auch beim Hodgkin-Lymphom eine Rolle spielt, war bislang unklar. „Wir haben zunächst eine Studie durchgeführt, in der die Vitamin-D-Spiegel vor der Behandlung bei Patienten mit Hodgkin-Lymphom gemessen und mit den Behandlungsergebnissen in Zusammenhang gebracht wurden“, erläutert Dr. Borchmann. 

50 Prozent der Patienten hatten vor der geplanten Chemotherapie einen Vitamin-D-Mangel. Patienten mit Vitamin-D-Mangel hatten eine kürzere krankheitsfreie Zeit nach Therapie und eine niedrigere Gesamtüberlebensrate. „Wir konnten damit aufzeigen, dass der Vitamin-D-Status ein unabhängiger Prädiktor für das Behandlungsergebnis ist. In verschiedenen Krankheitsmodellen im Labor legten wir außerdem dar, dass Vitamin D die wachstumshemmende Wirkung von Chemotherapie beim Hodgkin-Lymphom deutlich verstärkt und entdeckten einen möglichen Mechanismus, der unsere Ergebnisse erklärt“, so Dr. Borchmann abschließend.

Hintergrund Publikationspreis: 

Der Publikationspreis wurde 2019 zum ersten Mal ausgelobt und richtet sich an alle von der EKFS geförderten Nachwuchswissenschaftler der medizinisch-wissenschaftlichen Förderlinien Erst- und Zweitantragstellung, Else Kröner-Memorial-Stipendien und des Else Kröner-Forschungskollegs. Voraussetzung war, dass die Publikation aus einer Förderung der Stiftung hervorgegangen und im Jahr 2019 erschienen ist. Berücksichtigt wurden Originalarbeiten in Form einer Erst- oder Letztautorschaft des Bewerbers. Die herausragende wissenschaftliche Arbeit in Zusammenhang mit dem bisherigen Karriereweg war neben dem Journal-Impact-Faktor ausschlaggebend für die Bewertung durch die Wissenschaftskommission. 

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