Prof. Dr. Jürgen Wolf, Foto: Michael Wodak
Prof. Dr. Jürgen Wolf, Foto: Michael Wodak

Auf der diesjährigen Jahrestagung der „American Society of Clinical Oncology“ (ASCO) in Chicago hat Univ.-Prof. Dr. Jürgen Wolf, Sprecher des nationalen Netzwerks Genomische Medizin (NGM), Ärztlicher Leiter des CIO Köln und Leiter des Schwerpunkts Lungenkrebs an der Uniklinik Köln, in der Sitzung zu den Lungenkarzinomen die Ergebnisse der GEOMETRY mono-1 Studie gezeigt. In der Phase II Studie wird die Wirksamkeit des MET-Inhibitors Capmatinib (INC 280) bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) und Mutationen im Exon 14 des MET Gens (sogenannte exon 14 skipping mutations) untersucht.

Diese Mutationen findet man in circa drei bis vier Prozent der NSCLC-Patienten. Mit Chemotherapie vorbehandelte Patienten hatten eine Ansprechrate von circa 40 Prozent mit einer Ansprechdauer von etwa zehn Monaten. Erstlinienpatienten hatten eine Ansprechrate von circa 70 Prozent mit einer medianen Ansprechdauer von elf Monaten. Die Therapie war gut verträglich, die Nebenwirkungen kontrollierbar. 

Hiermit besteht für Patienten mit MET-Mutationen eine der Chemo- und Immuntherapie deutlich überlegene neue personalisierte Therapieoption. Diese Ergebnisse unterstreichen auch die Wichtigkeit einer frühen breiten molekularen Testung schon vor der Erstlinientherapie-Entscheidung. Die amerikanische Zulassungsbehörde hat aufgrund dieser Daten eine beschleunigte Zulassungsprüfung (breakthrough therapy designation) eingeleitet. Gespräche mit der europäischen Zulassungsbehörde stehen noch aus. Dieser für die Patientenversorgung relevante Erfolg wurde durch das breite molekulare Screening und die Mitarbeit der regionalen NGM-Partner ermöglicht.

Weitere Informationen auf onclive.com