Preisübergabe Diginet
Preisübergabe an Dr. Anna Kron (3.v.l.) und Prof. Dr. Jürgen Wolf (4.v.l.) Foto: KUKM/Jan Kulke

Das Projekt DigiNet ist mit dem „Preis für Forschung mit versorgungsnahen Daten in der Onkologie“ ausgezeichnet worden. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren (ADT) und das Deutsche Netzwerk Versorgungsforschung (DNVF) würdigen damit innovative Forschungsprojekte, die versorgungsnahe Daten nutzen, um die onkologische Versorgung weiterzuentwickeln. Der Preis wurde in diesem Jahr erstmals vergeben: Aus mehr als 30 Bewerbungen wählte die Jury zwei Projekte aus – eines davon ist DigiNet. Die Preisverleihung fand am 23. September 2026 auf dem Deutschen Kongress für Versorgungsforschung in Köln statt. Den Preis nahmen Dr. Anna Kron, Leitung der DigiNet-Geschäftsstelle, und Prof. Dr. Jürgen Wolf, Leiter des Schwerpunktes Lungenkrebs an der Uniklinik Köln und Sprecher des nationalen Netzwerks Genomische Medizin (nNGM), entgegen.

DigiNet baut auf der im nNGM Lungenkrebs etablierten präzisionsonkologischen Versorgung auf. Das vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses geförderte Projekt lief von Oktober 2021 bis September 2025 in den Modellregionen Nordrhein-Westfalen, Berlin und Sachsen. Ziel des Projekts war es, die an der Behandlung beteiligten spezialisierten Zentren, Krankenhäuser und onkologischen Praxen digital zu vernetzen und die Patientinnen und Patienten eng einzubeziehen: Sie waren erstmals selbst Projektpartner – mit einer eigenen Arbeitsgruppe, vertreten durch ZielGENau e.V.. So sollte die Umsetzung molekular basierter Therapien über Sektorengrenzen hinweg unterstützt und die Versorgung von Menschen mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) unter Alltagsbedingungen untersucht werden.

DigiNet wurde als prospektive, multizentrische Kohortenstudie mit 924 Patientinnen und Patienten durchgeführt. Über den gesamten Behandlungszeitraum wurden unter anderem Informationen zur Umsetzung der auf molekularpathologischen Befunden basierenden Therapien, zu deren Wirksamkeit sowie zum Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten erfasst. Damit leisteten alle Beteiligten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der neuen Versorgung.

Die Auswertung zeigt: In der digital unterstützten, vernetzten onkologischen Versorgung lebten Patientinnen und Patienten signifikant länger als eine Vergleichsgruppe aus der Regelversorgung.